Bild zu Neubauten

Neubauten

Zielsetzung

Ziel ist die Ausarbeitung eines ganzheitlichen Energiekonzepts für einen Neubau. Hierbei soll ein Optimum zwischen thermischer Hülle und Anlagentechnik unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben berechnet werden. Sämtliche Maßnahmen werden einer Investitionskostenprognose mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unterzogen.

Methodik und Ergebnisse

Berechnung des energetischen Planzustands

Für die Berechnung des energetischen Planzustandes sind die nachfolgenden Schritte durchzuführen

Auf Grundlage des erfassten Planzustandes erfolgt die Erstellung einer umfassenden Gebäude-Energiebilanz.

Technische und wirtschaftliche Berechnung künftiger Energieversorgungsvarianten

Technische Berechnung

Basis der technischen Dimensionierung von Energieversorgungsvarianten ist die künftige Gebäude-Energiebilanz. Anhand des künftigen Energiebedarfs ist die geordnete Jahresdauerlinie des thermischen (Wärme und ggf. Kälte) und elektrischen Energiebedarfs auszuarbeiten.

Anhand der geordneten Jahresdauerlinien erfolgt die technische Dimensionierung der Energieversorgungsvarianten inkl. Darstellung der jeweiligen Energieumsätze (Endenergiebedarf, Stromerzeugung bei KWK). Die Zusammenstellung der zu untersuchenden Varianten für die Energieversorgung erfolgt in Abstimmung mit den Akteuren vor Ort (die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind zu beachten).

Beispiele:

Wirtschaftliche Berechnung

Für die ausgearbeiteten Varianten zur Energieversorgung muss eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung in Anlehnung an die VDI 2067 (Vollkostenrechnung) durchgeführt werden. Die Vollkostenrechnung ist für alle Energieversorgungsvarianten unter den gleichen Rahmenbedingungen durchzuführen (Brennstoffpreise, Zinssatz, Netto- oder Bruttoberechnung) durchzuführen. Die Randbedingungen der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sind zu begründen und dokumentieren.

Die Vollkostenrechnung der VDI 2067 enthält die nachfolgenden Bestandteile

Die Berechnung der Kapitalgebundenen Kosten erfolgt nach der Annuitätenmethode. Das Verfahren ermöglicht es, die einmaligen Investitionskosten mit einem definierten Zinssatz als jährliche Kosten auf einen zu definierenden Betrachtungszeitraum umzulegen. Die Investitionskosten müssen dabei sämtliche mit einer Energieversorgungsvariante verbundenen Investitionen beinhalten (z.B. Wärmeerzeuger, Hochbaumaßnahmen, Baunebenkosten, Installationskosten, Planungskosten) und produktneutral anhand von Marktdurchschnittspreisen ermittelt werden

Die Bedarfsgebundenen Kosten beinhalten sämtliche Kosten, die für die Energiebereitstellung der jeweiligen Energieversorgungsvariante notwendig sind. Hierzu zählen die Brennstoffkosten, Kosten für Hilfsstrom der Aggregate, Pumpstrom, etc.

Zu den Betriebsgebundenen Kosten zählen die Kosten für Instandhaltung und Bedienung der Anlagen. Unter Instandhaltung fallen dabei die Kosten für Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Schwachstellenbeseitigung

Unter die Sonstigen Kosten fallen Kosten für Versicherungen, allgemeine Abgaben, Steuern, anteilige Verwaltungskosten etc.

Bei gleichzeitiger Wärme- und Strombereitstellung einer Energieversorgungsvariante (KWK-Lösungen) erfolgt eine Berechnung der jährlichen Stromeinnahmen, die gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz zu bestimmen sind

 

Als Ergebnis der Vollkostenrechnung stehen die Jahresgesamtkosten, die mit der jeweiligen Energieversorgungsvariante verbunden sind. Diese Jahresgesamtkosten können nun spezifisch auf eine Kilowattstunde Nutzwärme bezogen werden und bilden somit die spezifischen Wärmegestehungskosten einer Energieversorgungsvariante. Diese spezifischen Wärmegestehungskosten ermöglichen den Vergleich der verschiedenen Energieversorgungsvarianten untereinander.

Im Zuge einer gesonderten Betrachtung erfolgt anschließend die Kalkulation der Vollkostenwärmepreise unter Berücksichtigung aktuell möglicher Investitionsfördermittel. Für die Bestimmung der möglichen Investitionsfördermittel ist die Förderdatenbank der Bundesrepublik Deutschland zu prüfen. Die berücksichtigten Förderprogramme sowie die Höhe der resultierenden Förderungen der einzelnen Energieversorgungsvarianten sind zu dokumentieren.

Des Weiteren ist im Zuge einer nachgeschalteten Sensitivitätsanalyse der Einfluss variierender Rahmenbedingungen (z.B. variierende Brennstoffpreise, variierende Investitionskosten, variierende Stromeinnahmen) auf den Wärmepreis einer Energieversorgungsvariante zu untersuchen.

Handlungsempfehlung

Die Erkenntnisse der Berechnungen sollen allen relevanten Akteuren präsentiert werden. Darauf basierend soll eine abgestimmte Handlungsempfehlung als Ergebnis ausgearbeitet werden.

Datengrundlage / Werkzeuge

Abzugebende Unterlagen